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09.02.2017, 09:25 Uhr
Seniorenvertretung: Es ist ein Ehrenamt, kein Hobby
Viele Aufgaben für ältere Menschen, aber wenig Wahrnehmung in der Öffentlichkeit
Seniorenwahl 2017: 900.000 Berlinerinnen und Berliner ab 60 Jahre sind aufgerufen, ihre Interessenvertreter in den Bezirken zu wählen. In den zwölf Bezirken sind 297 Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl zugelassen. „Es ist ein Ehrenamt, kein Hobby, das man beliebig verändern kann“ fasst Karin Lau, Vorsitzende der Seniorenvertretung Steglitz-Zehlendorf, die vielfältigen Aufgaben zusammen.
Die bezirklichen Seniorenvertretungen (§ 4 BerlSenG) sind Mittler zwischen älteren Menschen und Bezirksamt sowie anderen Behörden, Institutionen und Einrichtungen. Sie vertreten die Belange der Älteren dank dem Rederecht in den Ausschüssen der Bezirksverordnetenversammlung. Sie erarbeiten Vorschläge zu Maßnahmen, soweit diese besondere Bedeutung für die im Bezirk lebenden Seniorinnen und Senioren haben. Sie sind im Kontakt zu Pflegediensten, Heimbeiräten, Freizeitstätten, Einrichtungen und Trägern der Altenhilfe und führen Bürgersprechstunden durch. Die Seniorenvertretungen sind berechtigt, ihre Anliegen der Bezirksverordnetenversammlung bekannt zu machen.

Viele Aufgaben, doch oft wenig Wahrnehmung in der Öffentlichkeit – so ein Kritikpunkt von Senioren der Stadt, die erstmals per Wahlbenachrichtigung von den Mitwirkungsrechten in Berlin lesen. Seniorenvertreter wissen um die punktuelle Wahrnehmung und bleiben dennoch an den Herausforderungen für ältere Menschen im Alltag dran, fragen unermüdlich nach statt Twitter-Schlagzeilen zu produzieren: „Alles auf einmal verändern zu wollen, dieser Anspruch führt zu nichts. Ich sehe, was möglich ist, wenn wir uns einbringen, und dann denke ich: Wow, es lohnt sich“, sagt Elke Schilling, Vorsitzende in Mitte.

Einsamkeit, fehlende Bänke in Einkaufsstraßen, zu viele Radfahrer auf Gehwegen, Ärztemangel im Bezirk, bezahlbares Wohnen im vertrauten Kiez, lebenslanges Lernen - alles Themen, wo die Seniorenvertreter sich ein- und mitmischen und der Politik immer wieder Denkanstöße geben.

Auch aber auch intern gibt es zu tun: „Wir müssen uns als Seniorenvertretung ständig qualifizieren. Wir müssen vor allem lauter werden und in der Öffentlichkeitsarbeit neue Akzente setzen“, sagt Werner Eichholz, Vorsitzender in Neukölln: „Mit der schriftlichen Wahlbenachrichtigung haben Menschen über 60 Jahre erstmals wahrgenommen, dass sie zu den Seniorinnen und Senioren gehören und eine Interessenvertretung haben. Nicht wenige davon sind noch im Berufsleben, daher müssen wir in den Seniorenvertretungen die Rahmenbedingungen für die Mitwirkung erweitern“.

Die bezirklichen Seniorenvertretungen mit maximal je 17 Mitgliedern werden im April auf der Grundlage des Berliner Seniorenmitwirkungsgesetzes für fünf Jahre berufen. Ausführliche Informationen zur Seniorenwahl 2017: www.ü60.berlin
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Je Bezirk engagieren sich bis zu 17 Seniorenvertreter*innen auf Grundlage des BerlSenG für ein selbstbestimmtes Leben im Alter. Die Vorsitzenden der Seniorenvertretungen sind Mitglied in der Landesseniorenvertretung (LSV) & im Landesseniorenbeirat (LSBB).

Wegen einer internen Veranstaltung ist die Geschäftsstelle am 1.09.2017 geschlossen.