Auf Kontrastseite umschalten Schrift vergrößern Schrift verkleinern
News 3 Monate zurück
08.03.2016, 10:01 Uhr
Handeln für Jung und Alt: Kein Leben in Armut
Pressemitteilung des Landesseniorenbeirates Berlin vom 08.03.2016
Maßnahmen gegen Armut im Alter bekommen aufgrund der Entwicklung des Armutsrisikos in Deutschland auch lokal eine neue Dringlichkeit. „Es gibt genügend Gründe, über Armut im Alter zu sprechen und vor allem zu handeln. Armut schränkt die Handlungsspielräume des Menschen, ob Jung oder Alt, gravierend ein und schließt eine gleichberechtigte Teilhabe an den Aktivitäten und Lebensbedingungen der Gesellschaft aus. Dagegen wendet sich das Berliner Seniorenmitwirkungsgesetz und unser ehrenamtliches Engagement aktiv“, sagt Regina Saeger, Vorsitzende des Landesseniorenbeirates Berlin (LSBB).
LSBB INFO - Bei den Mitgliedsorganisationen des LSBB und den bezirklichen Seniorenvertretungen (SV) wird der regionale Hilfebedarf sichtbar: „Das Älterwerden bringt Belastungen mit sich, die irgendwann nicht mehr ohne erreichbare Hilfesysteme zu bewältigen sind. Diese Situation verschärft sich noch, wenn diese alterstypischen Entwicklungen auf von Armut betroffene und bedrohte Ältere treffen. Deren Zahl steigt in Berlin seit einigen Jahren deutlich an. Bei den Betroffenen ist die Gefahr von Vereinsamung hoch. Für sie wären funktionierende Nachbarschaften und bürgerschaftliches Engagement, wie sie die Volkssolidarität betreibt, eine große Unterstützung. Von solchen Möglichkeiten wissen die Betroffenen aber meistens nichts, weil sie sich zurückgezogen haben. Hier sehen wir vom Landesseniorenbeirat dringenden Handlungsbedarf“, sagt Ingeborg Simon, stellvertretende Landesvorsitzende der Berliner Volkssolidarität. Auch Anja Falk, Schuldnerberaterin, Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Berlin Spree-Wuhle e.V. sagt: „Wir sehen schon jetzt einen Anstieg der Ratsuchenden in der Generation 50plus. Das Thema Altersarmut wird sich in der Schuldnerberatung zukünftig deutlich verstärkt wiederfinden“. Die Situation in den Bezirken fasst Elke Schilling, Vorsitzende der SV Mitte, Sprecherin der LSBB AG Armut und soziale Sicherungssysteme und Vertreterin des LSBB in der Landesarmutskonferenz, in einem Satz zusammen: „Vorhandene Statistiken erfassen bei weitem nicht alle von Armut betroffenen Menschen im Rentenalter.“

Wie Vorhaben im Land Berlin helfen können, soll am 9.03.2016 anlässlich einer Fachtagung „Armut im Alter im Spiegel der Leitlinien der Berliner Seniorenpolitik“ (10:00 Uhr - 16:30 Uhr, im Sozialwerk Berlin e. V., Käte-Tresenreuter-Haus an der Humboldtstr. 12 in 14193 Berlin) diskutiert werden. Sie wird vom Landesseniorenbeirat Berlin und von der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales gemeinsam durchgeführt. Eingeladen dazu sind: Mitarbeiter_innen der Verwaltungen, kommunalen Wohnungsbaugesellschaften, Vertreter_innen von Wohlfahrtsverbänden, der Landesarmutskonferenz und Senior_innen. Wer bekommt wo welche Unterstützung, wie kann über diese Angebote besser informiert werden und wie müssen die Leitlinien unter dem Aspekt Prävention von Armut im Alter wirklichkeitsnah überprüft und fortgeschrieben werden - sind Fragen des Erfahrungsaustausches.

Die Leitlinien der Berliner Seniorenpolitik (http://www.berlin.de/sen/soziales/themen/seniorinnen-und-senioren/leitlinien-seniorenpolitik/) stellen eine Richtschnur der Politik für ältere Menschen in einer älter werdenden Gesellschaft dar. Sie sind damit auch eine Einladung an die Seniorinnen und Senioren, die Politik und Verwaltung zu einem breiten Diskurs. Auf Grundlage der so gewonnenen Erkenntnisse sollen künftig konkrete Entscheidungen in Bezug auf die Fortführung, Initiierung oder den Wegfall von Maßnahmen und Projekten im Sinne der Berliner Seniorenpolitik getroffen werden. Die Fachtage zu den Leitlinien dienen dazu, die Diskussion in den 17 Themenfeldern voranzubringen. Diesmal werden ausgewählte Fragen zur Armut im Alter diskutiert.